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Wir haben einen neuen
Obmann!

Rudolf Brettbacher (hier mit seiner Gattin unmittelbar
nach der Wahl) erklärte sich
am 2. Dezember bereit, die Geschicke unserer Vereinigung
zu lenken
Nachdem unsere langjährige und sehr
verdiente Obfrau Helga Lukas heuer im Frühjahr aus
gesundheitlichen Gründen ihre Funktion niedergelegt hat,
führte DDr. Josef Brandmayr als ihr Stellvertreter die
Vereinigung gut ein halbes Jahr lang.
Die
Jahreshauptversammlung am 2. 12. 2007 im Kleinen
Saal der Kürnberghalle Leonding wählte den neuen
Obmann. Zwei Tage zuvor hatte eine Vorstandsbesprechung
stattgefunden, wo Rudolf Brettbacher sich vorstellte und
die übrigen „Mitstreiter“ kennen lernte. Ebenso waren
Helga und Josef Ortbauer anwesend, die sich eine
Funktion als Obmannstellvertreter vorstellen konnten.
Rudolf Brettbacher wurde bei
der Jahreshauptversammlung von den anwesenden
Mitgliedern einstimmig zum neuen Obmann gewählt.
Ein kräftiger Applaus ließ die Freude spüren, die alle
Anwesenden empfanden, als der der EDV-Kundenbetreuer
und Rotkreuz-Ortsstellenleiter aus St.Georgen/Gusen die
Wahl annahm und sich für das Vertrauen bedankte.
Zugleich mit ihm wurde Helga Ortbauer aus Enns zu
seiner Stellvertreterin (ebenfalls einstimmig)
gewählt. DDr.Josef Brandmayr wurde als
Obmannstellvertreter in seiner bisherigen Funktion
weiter bestätigt. Ebenso bestätigte die Vollversammlung
bei dieser Wahl alle übrigen Vorstands-mitglieder in
ihren Aufgabenbereichen.
Festliche Umrahmung:
Die Jahreshauptversammlung war zugleich auch die
Vorweihnachtsfeier unserer Ver-einigung der
Dialysepatienten und Nierentransplantierten
Oberösterreichs.. Den Höhepunkt
bildete ein künstlerisch bedeutsamer Videofilm von Peter Pitzer und seiner Gattin Renate.
Das Thema war der heurige Herbstausflug unserer Gruppe
nach Altausee.
Medizinstudent "Gerni"
sorgte nach dem offiziellen Teil mit seiner
Steirischen Harmonika für guten Klang und gute Stimmung. Richard
Gutternigg sang zusammen mit seiner Frau (sie erwartet
im Dezember ein Baby) und Christine Krenhuber ein altes
Adventlied. Vor allem stand das gesellige Zusammensein
im Mittelpunkt des gemeinsamen Tages.
Kontakt:
rudolf.brettbacher@24speed.at
-
Tel.: 07237/4096
Und das ist die
Geschichte unseres neuen Obmanns

Rudolf Brettbacher, Geburtstjahrgang 1959, wohnt in
St.Georgen/Gusen und ist seit 25 Jahren glücklich
verheiratet. Dem Ehepaar wurden drei Kinder geschenkt,
die gottseidank gesund sind. Bei Rudolf Brettbacher
musste im Juni 1967, also im Alter von acht Jahren,
Diabetes diagnostiziert werden. Obwohl die
Einstellung der Mediziner und ihre Anordnungen
diesbezüglich sehr starr waren, versuchte Rudolf in
seiner Jugendzeit, gute klinische Werte mit einem
lebenswerten Leben zu verbinden. Dennoch kam es im Lauf
der Jahre zu den gefürchteten „Nebenwirkungen“ der
Zuckerkrankheit. Augenprobleme stellten sich ein, in
ihrem Gefolge Schwierigkeiten mit dem Führerschein. 1989
erhielt er in Lainz die erste Insulinpumpe und so konnte
er – abgesehen von einigen Einschränkungen – ein Leben
wie jeder andere Mensch führen.
Eine entscheidende
Wendung ergab sich aber bereits ein Jahr später, als ein
Arzt im KH Lainz die Verschlechterung der Nierenwerte
feststellte und ihm die Dialyse in Aussicht stellte. Aus
seiner freiwilligen Tätigkeit beim Roten Kreuz kannte
Rudolf Brettbacher einige Dialysepatienten. Ihr Los
wollte er nicht so rasch teilen und so hielt er neben
der Zuckerdiät nun auch strenge Nierendiät. Seine
Nierenprobleme behielt er lange für sich und mied es,
mit Kollegen oder Freunden darüber zu sprechen. Erst
einem sehr guten Freund, der selbst eine neue
Bauchspeicheldrüse und eine neue Niere erhalten hatte,
konnte er sich mitteilen. Aus dessen Erfahrungen
schöpfte er neue Hoffnung und gewann auch eine neue
Perspektive für die Zukunft. Von da ab stand sein
Entschluss fest: er wollte gleichfalls transplantiert
werden! Vorerst aber verschlechterte sich durch viele „Hypos“
(Unterzuckerungszustände) sein Los weiter.

Im November 1999 suchte
er das AKH Linz zur Vorbereitung auf die Dialyse auf.
Ein Shunt im linken Unterarm wurde angelegt,
funktionierte jedoch nicht. Man wollte hierauf dasselbe
am anderen Arm versuchen. Da bat Rudolf Brettbacher den
Primar, noch etwas mit der Dialyse zuzuwarten und die
Kontrollen dafür besonders engmaschig zu gestalten. Er
wollte auf die Transplantation warten. Die
Untersuchungen hiefür waren alle positiv verlaufen, er
hatte grünes Licht von der Uniklinik Innsbruck und war
bei Eurotransplant gemeldet. Am 14.12.1999 konnte er in
die Uni-Klinik zu Vorbesprechungen fahren. Und dann
begann das Warten. Die Symptome der Urämie wurden immer
quälender.
Am 10. April 2000 kam
die erste Einberufung zur Transplantation – kurz
darauf jedoch auch gleich die Absage. Am 20. April,
wenige Tage später, erreichte ihn ein neuerlicher Anruf
aus Innsbruck.
Ob er gesund sei und zur Transplantation kommen könne….
Es war Gründonnerstag und es war 23.15 Uhr. Trotz aller
Freude auf das bevorstehende Ereignis setzte sich Rudolf
Brettbacher an den Computer und schrieb noch alles auf,
was für die Rotkreuz-Ortsstelle in nächster Zeit zu tun
war. Als Ortsstellenleiter fühlte er sich dafür
verantwortlich, wenn er einige Zeit in Innsbruck sein
sollte. Und diesmal war es tatsächlich so.
Obwohl er wieder an
zweiter Stelle für die verfügbaren Organe gereiht war,
erhielt er nach einer aufregenden Nacht am 21. April
Niere und Bauchspeicheldrüse verpflanzt. Die
Behandlung in der Innsbrucker Uniklinik schildert Rudolf
Brettbacher als vorbildlich in jeder Hinsicht. Auch
medizinisch traten keine Komplikationen auf. Er wurde
schon nach kurzer Zeit von der Intensivstation auf eine
normale Station verlegt und durfte den ersten Besuch
seiner Frau empfangen. Beide waren so froh und dankbar,
dass man es Außenstehenden wohl kaum beschreiben kann;
ebenso freuten sich natürlich die eigenen Kinder und die
Eltern – ebenfalls die Kollegen und Freunde. Eine
CMV-Infektion sollte noch einen leichten Dämpfer
bringen, aber das passiert ja nicht wenigen
Transplantationspatienten. Das Problem bekam man rasch
in den Griff. Am 16. Mai konnte die Heimfahrt angetreten
werden. Das war genau am 19. Hochzeitstag …. ein
besonderes Geschenk!
Nun, es sollten sich
dann doch noch Probleme einstellen. Am 13. Juni
musste Rudolf mit Verdacht auf Pankreasabszess wieder
die Uni-Klinik Innsbruck aufsuchen. Aber es ging
schließlich alles gut aus. Am 21. August dieses Jahres
meldete er sich gesund und war wieder arbeitsfähig.
Rudolf brettbacher genießt den neuen Lebensabschnitt
sehr und arbeitet sowohl in seinem Beruf als auch in
seiner Funktion als leitender Rotkreuzmitarbeiter sehr
gern. Nun hat er auch noch die Aufgabe eines Obmannes
für unsere Selbsthilfegruppe übernommen. Sein Freund
Franz Wasserbauer hat ihm diese nahe gebracht. Bei einem
ausführlichen Gespräch mit unserer früheren Obfrau Helga
Lukas erwog er diese Möglichkeit ernsthaft – und nun hat
er ja dazu gesagt. Wie die anderen Mitarbeiter der
Selbsthilfegruppe empfindet er es als einen Akt der
Dankbarkeit für die erfolgreiche Organverpflanzung und
die neue Lebensqualität, im Rahmen der Selbsthilfe zu
wirken und anderen Menschen nach Möglichkeit zu helfen.
TRANSPLANTATION –
UNSER WEG IN EINE
NEUE ZUKUNFT

Rudolf Brettbacher hat gemeinsam mit seiner Nichte
Stefanie Brettbacher und Aloisia Untersteiner (die
beiden sind gleichfalls erfolgreich transplantiert) ein
Buch veröffentlicht, das für alle Betroffenen
hochinteressant ist. Univ.Prof.Dr.Walter Mark steuerte
zu den persönlichen Erfahrungsberichten der drei
Betroffenen den medizinischen Hintergrund zum Thema
Organtransplantation bei. Das Buch, das 2007 im Verlag
Denkmayr erschien, ist bereits in zweiter Auflage
herausgegeben und kann im Buchhandel bestellt werden.
ISBN ist 978-3-902488-66-4. Man kann das Buch natürlich
auch direkt bei Rudolf Brettbacher beziehen. Seine
Telefonnummer ist: 07237/4096
(E-Mail:
rudolf.brettbacher@24speed.at )
In diesem Buch liest man nicht nur die spannenden
Schilderungen der drei glücklich Transplantierten; hier
findet Rudolf Brettbacher auch eine gute Möglichkeit,
seine positive Lebensanschauung auszudrücken:
„Die Spätschäden des Diabetes sind noch vorhanden,
aber stabil. Die Sehkraft ist nicht stärker geworden,
jedoch ist die Gefahr des Erblindens eigentlich weg. Es
lässt sich so wunderbar leben!“
Ganz am Schluss des Berichtes kommt dann die
Quintessenz seiner Erfahrungen:
„Aus meiner Erfahrung ist auch ganz
wichtig, dass der Transplantierte die Organe als Teil
von sich annimmt. Ich denke, dass das Unterbewusstsein
dann auch positiv auf die Aktivität und Lebensdauer der
Organe einwirkt. Sie sind nun wieder ein Teil des
Wunders ‚Mensch’.
Die Erde, das Umfeld, die Freunde, die
Natur, sie sind immer gleich; unser Empfinden ist es,
das alles positiv oder negativ erscheinen lässt. So ist
es klar, dass wir selber verantwortlich sind, ob es uns
in den Zeiten, in denen alles in Ordnung ist, auch
wirklich gut geht und wir froh und zufrieden sind. Eine
positive Einstellung hilft in allen Lebenslagen und das
kann man, zumindest bis zu einem gewissen Grad, selbst
beeinflussen. Jede Minute, die man mit Gram und dem
vergeblichen Wälzen von Problemen verbringt, ist eine
verlorene Minute. Ich wünsche Ihnen alles Gute, viel Mut
und positive Erfahrungen!“

Buchbestellung bei amazon.de (keine Versandspesen!),
Preis: Euro 16,90
http://www.amazon.de/Transplantation-Stefanie-Brettbacher/dp/3902488662
Das Buch
ist auch bei A&M erhältlich. Preis: Euro 17,10.
Ein
ausführlicher Artikel, der heuer im Juli über Rudolf
Brettbacher in der OÖ.Rundschau erschien, enthält
ebenfalls viel von dieser Dankbarkeit und Hoffung:
http://rundschau.oberoesterreich.com/lokales/artikel/2007/07/05/st-georgener-47-
packte-sein-eigenes-schicksal-in-buchform?regioncode=41200

Und hier rasch noch ein
paar Bilder vom festlichen Tag !
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